In der Wiener Breitenfurter Straße wurden im Juli 2021 die ersten Bauvorbereitungsmaßnahmen wie der Voraushub, die Kampfmittelsondierung und die Baugrubensicherung im Bereich der ehemaligen Gastgebgasse 1–3 getroffen. Ende desselben Monats hatten die letzten Bestandsmieter das Objekt geräumt, sodass am 2. August 2021 mit dem Bau begonnen werden konnte. Die Abbruch- und Baugrubensicherungsarbeiten wurden mit Ende des dritten Quartals 2021 beendet. Dadurch konnten Anfang September 2021 bereits im Untergeschoss die Rohbauarbeiten initiiert werden. Mit dem Einsatz von Fertigteilschächten für die Steigschacht-Rohinstallation ab November 2021 wurde der Grundstein für die moderne und hochwertige Versorgungstechnik des Quartiers gelegt. Der Bau schreitet durch den Einsatz von Wänden aus Vollfertigteilen sowie Elementdecken mit integrierter Bauteilaktivierung zügig voran. Im Bauteil 1 wird aktuell das zweite Dachgeschoss errichtet. Die nachfolgenden drei Bauteile sind in der Ausführung um je ein Geschoss nach unten versetzt. Herausragend an dem Bauvorhaben in der Breitenfurter Straße ist das innovative Energiekonzept. Dabei wird die Energie für Heizung und Warmwasser mittels Wärmepumpen generiert und sowohl aus der Luft (Luftwärmepumpen) als auch aus der Erde (Sole-Wärmepumpen) gespeist. Der gesamte Energiebedarf wird aus diesen alternativen Energiequellen gewonnen – ganz ohne den Einsatz fossiler Brennstoffe. Auf diese Weise können etwa 70 Prozent CO2 im Vergleich zu einer konventionellen Gas- oder Ölheizung eingespart werden. Die Wärmeabgabe im Gebäude erfolgt über die Bauteilaktivierung. Der Betonkörper wird erwärmt oder abgekühlt, speichert Energie und gibt sie wieder ab. Durch die geringen Systemtemperaturen arbeitet die Anlage ohne größere Kreislaufverluste besonders energieeffizient. Im Sommer werden die Wohnungen passiv gekühlt, indem die Wärme der Wohnungen über die Tiefensonden in das Erdreich zurückgeführt wird. Somit wird ausschließlich die geringe Temperatur des Erdreichs ausgenutzt. Verglichen mit der Kühlung durch eine herkömmliche Kompressoren-Kälteerzeugung können mit diesem System mehr als 90 Prozent CO2 eingespart werden. Durch die Nutzung des Erdkörpers entsteht zudem ein Energiekreislauf: Im Sommer wird Wärme in die Erde eingespeichert, die ihm im Winter wieder entzogen wird. Dadurch wird eine entsprechende Energieeinsparung erzielt. Die Tiefensonden reichen bei diesem Projekt bis in eine Tiefe von annähernd 110 Meter und sind vollflächig unter dem Keller angeordnet. So wird laut Berechnungen in der Summe ein Volumen von knapp 550.000 Kubikmeter Erdreich als Energiequelle und -speicher genutzt. Die Herausforderung bei diesem System liegt darin, dass der Erdkörper über die Jahre eine ausgeglichene Bilanz aufweisen muss, da er sonst vereisen und somit Schaden nehmen würde. Diese Ausgeglichenheit wird durch den gleichzeitigen Einsatz von Luftwärmepumpen erreicht, wodurch das System mit zusätzlicher Energie aus der Luft gestützt wird. Darüber hinaus wird auf dem Dach eine Photovoltaikanlage installiert, welche Strom in die Heizzentrale einspeist. Die produzierte Strommenge entspricht in etwa dem Jahresstrombedarf von 30 Haushalten. Dadurch lässt sich der Bezug aus dem öffentlichen Stromnetz minimieren und die Nutzer profitieren von reduzierten Kosten für Heizung, Kühlung und Warmwasser. Besonders innovativ bei diesem Wohnbau ist auch die Umsetzung einer Netzdienlichkeit. Das bedeutet, dass die Heizungsanlage Energie verarbeiten und im Beton einspeichern kann, wenn diese gerade günstig zur Verfügung steht. Das dient unter anderem der besseren Ausnutzung des hauseigenen PV-Stroms sowie des verfügbaren Spitzenlast- oder Nachtstroms, der von den Stromanbietern häufig günstiger abgegeben wird. So wird ein weiterer Schritt in Richtung Energiewende getan, denn durch den verstärkten Einsatz von alternativen Energiequellen wird es vermehrt zu Spitzenlasten kommen. Der Rohbau ist derzeit zu 60 Prozent errichtet und wird nach aktueller Planung bis Juli 2022 fertiggestellt werden. Das energieeffiziente Neubauprojekt mit 265 Mietwohnungen und einer Gesamtnutzfläche von 17.500 Quadratmetern wird im dritten Quartal 2023 bezugsfertig sein.

05/2022 Neubauprojekt Breitenfurter Straße in Wien – alternative Energien und zukunftsweisende Konzepte

In der Wiener Breitenfurter Straße wurden im Juli 2021 die ersten Bauvorbereitungsmaßnahmen wie der Voraushub, die Kampfmittelsondierung und die Baugrubensicherung im Bereich der ehemaligen Gastgebgasse 1–3 getroffen. Ende desselben Monats hatten die letzten Bestandsmieter das Objekt geräumt, sodass am 2. August 2021 mit dem Bau begonnen werden konnte. Die Abbruch- und Baugrubensicherungsarbeiten wurden mit Ende des dritten Quartals 2021 beendet. Dadurch konnten Anfang September 2021 bereits im Untergeschoss die Rohbauarbeiten initiiert werden. Mit dem Einsatz von Fertigteilschächten für die Steigschacht-Rohinstallation ab November 2021 wurde der Grundstein für die moderne und hochwertige Versorgungstechnik des Quartiers gelegt. Der Bau schreitet durch den Einsatz von Wänden aus Vollfertigteilen sowie Elementdecken mit integrierter Bauteilaktivierung zügig voran. Im Bauteil 1 wird aktuell das zweite Dachgeschoss errichtet. Die nachfolgenden drei Bauteile sind in der Ausführung um je ein Geschoss nach unten versetzt.

Herausragend an dem Bauvorhaben in der Breitenfurter Straße ist das innovative Energiekonzept. Dabei wird die Energie für Heizung und Warmwasser mittels Wärmepumpen generiert und sowohl aus der Luft (Luftwärmepumpen) als auch aus der Erde (Sole-Wärmepumpen) gespeist. Der gesamte Energiebedarf wird aus diesen alternativen Energiequellen gewonnen – ganz ohne den Einsatz fossiler Brennstoffe. Auf diese Weise können etwa 70 Prozent CO2 im Vergleich zu einer konventionellen Gas- oder Ölheizung eingespart werden. Die Wärmeabgabe im Gebäude erfolgt über die Bauteilaktivierung. Der Betonkörper wird erwärmt oder abgekühlt, speichert Energie und gibt sie wieder ab. Durch die geringen Systemtemperaturen arbeitet die Anlage ohne größere Kreislaufverluste besonders energieeffizient.

Im Sommer werden die Wohnungen passiv gekühlt, indem die Wärme der Wohnungen über die Tiefensonden in das Erdreich zurückgeführt wird. Somit wird ausschließlich die geringe Temperatur des Erdreichs ausgenutzt. Verglichen mit der Kühlung durch eine herkömmliche Kompressoren-Kälteerzeugung können mit diesem System mehr als 90 Prozent CO2 eingespart werden. Durch die Nutzung des Erdkörpers entsteht zudem ein Energiekreislauf: Im Sommer wird Wärme in die Erde eingespeichert, die ihm im Winter wieder entzogen wird. Dadurch wird eine entsprechende Energieeinsparung erzielt. Die Tiefensonden reichen bei diesem Projekt bis in eine Tiefe von annähernd 110 Meter und sind vollflächig unter dem Keller angeordnet. So wird laut Berechnungen in der Summe ein Volumen von knapp 550.000 Kubikmeter Erdreich als Energiequelle und -speicher genutzt.

Die Herausforderung bei diesem System liegt darin, dass der Erdkörper über die Jahre eine ausgeglichene Bilanz aufweisen muss, da er sonst vereisen und somit Schaden nehmen würde. Diese Ausgeglichenheit wird durch den gleichzeitigen Einsatz von Luftwärmepumpen erreicht, wodurch das System mit zusätzlicher Energie aus der Luft gestützt wird. Darüber hinaus wird auf dem Dach eine Photovoltaikanlage installiert, welche Strom in die Heizzentrale einspeist. Die produzierte Strommenge entspricht in etwa dem Jahresstrombedarf von 30 Haushalten. Dadurch lässt sich der Bezug aus dem öffentlichen Stromnetz minimieren und die Nutzer profitieren von reduzierten Kosten für Heizung, Kühlung und Warmwasser.

Besonders innovativ bei diesem Wohnbau ist auch die Umsetzung einer Netzdienlichkeit. Das bedeutet, dass die Heizungsanlage Energie verarbeiten und im Beton einspeichern kann, wenn diese gerade günstig zur Verfügung steht. Das dient unter anderem der besseren Ausnutzung des hauseigenen PV-Stroms sowie des verfügbaren Spitzenlast- oder Nachtstroms, der von den Stromanbietern häufig günstiger abgegeben wird. So wird ein weiterer Schritt in Richtung Energiewende getan, denn durch den verstärkten Einsatz von alternativen Energiequellen wird es vermehrt zu Spitzenlasten kommen.

Der Rohbau ist derzeit zu 60 Prozent errichtet und wird nach aktueller Planung bis Juli 2022 fertiggestellt werden. Das energieeffiziente Neubauprojekt mit 265 Mietwohnungen und einer Gesamtnutzfläche von 17.500 Quadratmetern wird im dritten Quartal 2023 bezugsfertig sein.

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